PopRat-Events beim neuen Festival „Colors of Pop“: drei Ausstellungen, Performances und ein Barcamp zur Popkultur

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Die Eckpfeiler des „Colors of Pop“-Programms stehen und wurden heute von Festivalleiter Thilo Ziegler der Öffentlichkeit vorgestellt. Auch der PopRat trägt direkt, mit eigenen Veranstaltungen, und indirekt, mit der vielfältigen Arbeit seiner über 100 Mitglieder, seines dazu bei, den Besucherinnen und Besuchern des „Colors of Pop“ einen Überblick zum „State of the Art“ in Sachen Popkultur im Saarland zu bieten.


„Drei Ausstellungen und ein Diskussionsforum für Popthemen organisiert der PopRat originär für das Festival. Im Historischen Museum Saar stellen wir zusammen mit dem Team um Museumsdirektor Simon Matzerath das Thema Vinyl und sein Comeback in der Ausstellung „Im Plattenland“ des saarländischen Künstlers OW Himmel in den Vordergrund. Dazu wird es in den zehn Tagen des Festivals auch Performances und Führungen des Künstlers geben. Und in einer Ausstellung in PopRat Benjamin Knurs Galerie Neuheisel zeigen wir in Zusammenarbeit mit der HBKsaar Gig Posters von HBK-Studierenden von Professor Ivica Maksimovic, betreut auch von Jonathan Kuntz und Dirk Rausch. Mit diesem Projekt, das bereits zum Wintersemester 2016/17 seinen Anfang nahm, wollen wir HBK-Studierende an das Thema Pop heranführen und mit der Gründung einer saarländischen Gig Poster-Bewegung Nachhaltigkeit sowohl in der Pop- und Musikszene als auch in der Kunstszene schaffen. Vertieft wird das Thema in einer zweiten Ausstellung, einer Verkaufsausstellung internationaler Gig Poster-Profis. Und in Zusammenarbeit mit dem Saarcamp e.V. wird es erstmals ein Barcamp zum Thema Popkultur geben mit dem Namen Popcamp. Dort sollen alle Arten von Pop-Projekten der Öffentlichkeit vorgestellt, diskutiert und gegebenenfalls auch weiter entwickelt werden“, sagte der Vorsitzende des PopRates Saarland, Peter Meyer.

„Colors of Pop“ ist das erste Festival, das die gesamte Bandbreite der Popkultur abzubilden versucht und die inhaltlichen wie kommunikativen und wirkmächtigen Stärken der Popkultur heraus arbeitet; es gibt dabei auch den drei Popkulturgenre-Cluster besonderen Raum, in denen das Saarland derzeit national wie international ein Player ist und die auch der PopRat in seiner täglichen Arbeit besonders in den Focus nimmt: Fantastik, Urban Art und Musik.

„Alle möglichen Popkulturgenres finden Platz und Entfaltung in dem neuen, von der Landesregierung großzügig unterstützten Festival der Popkultur. Das ist einzigartig. Unser Wunsch: Dass deutlich wird, wie sehr die Popkultur den Puls der Zeit über starke Inhalte und propere Inszenierungen spürbar macht und ein kreatives Lebensgefühl der Freude und des Miteinanders transportiert und welche Effekte sie dabei auch für das Saarland und seine Kunst- und Kulturszene erzielen kann“, sagte Meyer weiter.

Die originären Programmpunkte des PopRates Saarland für das „Colors of Pop“:

Gig Poster-Ausstellung von HBK-Studenten
Donnerstag, 12. Oktober, bis Samstag, 28. Oktober, Galerie Neuheisel
Poprat Saarland in Zusammenarbeit mit der HBKsaar und der Galerie Neuheisel
Auf Initiative des PopRates kooperieren PopRat Saarland, HBKsaar und die deutsche Gig Poster-Bewegung seit September 2016 zum Thema „Gig Poster“ mit dem Ziel, während des „Colors of Pop“ die Arbeiten in PopRat Benjamin Knurs renommierter Galerie Neuheisel zu präsentieren. Im Wintersemester 2016/17 und im Sommersemester 2017 haben Studierende mit Professor Ivica Maksimovic, Jonathan Kunz und Dirk Rausch in einem theoretischen und einem praktischen Semester das Thema „Gig Poster“ behandelt und selbst eigene Gig Posters gestaltet. Alex Hanke, einer der führenden deutschen Vertreter der Gig Poster-Szene (Zum Heimathafen, Hamburg), führte die Studierenden der HBKsaar in die Thematik ein.
Semesterarbeit und Ausstellung geben dieser kostbaren Bewegung mit ihren Ansätzen jenseits des Gebrauchsdesigns und jenseits der digitalen Pop-Welten, diesem wunderbaren und wertvollen Old School-Independent-Gedanken von limitierten Kostbarkeiten und wertvollem Art Work endlich auch im Saarland eine Bühne und markieren das erste gemeinsame Pop-Projekt des PopRates und der HBKsaar. Damit wird der weiße Fleck, den das Saarland für die weltweite Gig Poster-Bewegung immer noch darstellt, bunt und ästhetisch anspruchsvoll bedruckt und für eine Nachhaltigkeit in Sachen Gig Poster-Bewegung unter den Kunst- und Designstudierenden sowie den Künstlern im Saarland gesorgt. Die Ausstellung der HBKsaar-Werke zum „Colors of Pop“ in der Galerie Neuheisel markiert zugleich den Anfang einer saarländischen Gig Poster-Bewegung.
Gig Poster sind aufwändige, limitierte und handsignierte Druckgrafiken in niedriger Auflage, die ein spezielles Konzert oder Festival auf sehr wertige Art bewerben. In einer Auflage von meist zwischen 20 und 250 Stück präsentieren Gig Poster ein spezielles Konzert mit Bandnamen, Spielstätte und Datum des Konzerts.

Kontakt: Peter Meyer, electricity.pm@gmail.com
Ivica Maksimovic, 0681-92652-126, i.maksimovic@hbksaar.de


„Gig Poster“-Verkaufsausstellung der nationalen und internationalen Profis

Samstag, 21. Oktober & Sonntag, 22. Oktober, Congresshalle
PopRat Saarland und die deutsche Gig Poster-Bewegung rund um Alex Hanke von Zum Heimathafen in Hamburg präsentieren die Verkaufsausstellung nationaler und internationaler Gig Poster-Künstler von „Flatstock“ und „Colored Gigs“ (beides internationale Gig Poster-Ausstellungen).
Gig Poster sind aufwändige, limitierte und handsignierte Druckgrafiken in niedriger Auflage, die ein spezielles Konzert oder Festival auf sehr wertige Art bewerben. In einer Auflage von meist zwischen 20 und 250 Stück präsentieren Gig Poster ein spezielles Konzert mit Bandnamen, Spielstätte und Datum des Konzerts mittels eines von einem Künstler oder Kunst- beziehungsweise Designstudierenden kreierten, meist sehr anspruchsvollen Siebdrucks. Dabei ist der Künstler oder Kunst-Student, immer nach Absprache mit der Band, nicht an das Band-eigene Corporate Design oder das des Labels oder der Agentur der Band gebunden, sondern gestaltet eine besondere, ureigene Optik. Die aus dieser Kunst-Art entstandene Bewegung, die Gig Poster-Bewegung, die mittlerweile weltweit Künstler und Kunststudenten vereint, stammt aus der DIY-Bewegung (Do it yourself!) des amerikanischen Punk und Hardcore. Diese Bewegung wollte sich frei machen von den Vorgaben, Gängeleien und Diktaten der Musikindustrie und verlegte sich darauf, von Aufnahmen und Tonträger über Cover-Art und Gig Poster-Art bis hin zum Vertrieb alles selbst in die Hand zu nehmen, um unabhängig zu sein von der alles dominierenden Musikwirtschaft. Als wichtigste Beispiele mögen die Szenen um die beiden amerikanischen Independent-Underground-Punk-Hardcore-Labels „Alternative Tentacles“ (Jello Biafra von den Dead Kennedys; San Francisco) und „Dischord“ (Ian MacKaye von Fugazi, Arlington/Washington D.C.) dienen. Die Bewegung schwappte durch die weltweiten Tourneen der Bands, aber auch getragen durch Verkaufs- und Vertriebsmöglichkeiten per Mailorder und im Internet, in viele andere Länder rund um den Äquator; sie gelangte auch nach Deutschland, wo Alexander Hanke (Zum Heimathafen, Hamburg) einer der Macher und Antreiber der Gig Poster-Szene ist und jetzt auch die Gründung einer saarländischen Gig Poster-Szene unterstützt.
Es sind oft ganz wunderbare Art Works, die da – ganz frei von der üblichen Band-Optik – durch die kreative Arbeit der Gig Poster-Künstler entstehen. In Deutschland gibt es starke Gig Poster-Szenen in Hamburg, Berlin und Leipzig. Diese organisieren sich regelmäßig in gemeinsamen Ausstellungen, die an größere Festivals in Europa, etwa das „Primavera“ in Barcelona, angedockt werden. Die amerikanische Mutter dieser Ausstellungen ist die „Flatstock“, die in den USA beispielsweise beim „SXSW“-Festival in Austin, beim „Pitchfork“-Festival in Chicago oder beim „Bumbershoot“-Festival in Seattle zu sehen ist.
Die präsentierten Gig Poster werden nicht nur zu bestaunen sein, sondern können auch gekauft werden. Diese Unikate werden ab 25 Euro aufwärts vor Ort zu erstehen sein.

Kontakt: Alex Hanke (Zum Heimathafen, Hamburg), ahoi@zumheimathafen.com, 0176-76777737
Peter Meyer (PopRat Saarland), electricity.pm@gmail.com


„Im Plattenland“ von OW Himmel

Donnerstag, 12. Oktober, bis Sonntag, 22. Oktober, Historisches Museum Saar
Eine Ausstellung, initiiert von „PopRat Saarland“ und dem Historischen Museum Saar
Lange schien das Thema Vinyl Vergangenheit und damit Geschichte zu sein. In den vergangenen Jahren jedoch erleben Vinylplatten ihrer Haptik, ihres besonderen Klangs und ihres angemessenen Platzes für anspruchsvolles Artwork wegen eine Renaissance. Die Ausstellung „Im Plattenland“ von OW Himmel inklusive der Performances des Künstlers rund um das Thema, initiiert und veranstaltet vom PopRat Saarland im Historischen Museum Saar, greift diese Entwicklung auf – freilich mit den von Himmel erwartbar unerwartbaren Durchbrechungen, Spiegelungen und Augenzwinkern.
Der bildende Künstler OW Himmel beschäftigt sich seit 30 Jahren mit Themen aus der Rock- und Pop-Musik. Für den PopRat Saarland bespielt er zum „Colors of Pop“-Festival einen ganzen Raum im Historischen Museum Saar mit seiner Kunst rund um das Thema Vinylkultur.
Die Ausstellung beinhaltet:
BEGEHBARE BODENINSTALLATION

Der Tagungsraum im Historischen Museum wird zum Vinyl-Ort: Sein Boden wird mit 500 Vinylplatten geklebt.

RAUM-EXPONATE

Ein Schlagzeug, das komplett aus Schallplatten gebaut ist und Europaletten mit Tausenden gestapelten Vinylplatten.

WAND-EXPONATE

17 Linoldruck-Graphiken (40 x 40 cm) mit Schallplattenlabel-Motiven aus der Sammlung des Künstlers und Label-Fetischisten sind zu sehen. An den zwei kurzen Wänden hängen zwei Linoldruck-Grahpiken (70 x 70 cm) mit zwei großen, runden Schallplattenlabel-Motiven. Vor der Glaswand hängt eine Graphik mit dem Motiv eines arabischen Vinylhändlers auf dem Bazaar (ebenfalls Linoldruck).

Die Performances:
1. VINYL-DJ-Performance

Aus einem Kubikmeter Vinyl wird nach und nach eine Schallplatte gezogen, auf den Plattenteller gelegt und abgespielt. Danach wandert die Platte in den Mülleimer. Manche Platten wandern direkt in den Müll. Dieser Versuchsaufbau generiert eine Zufalls-Liedfolge über 60 Jahre Vinylmusik-Kultur.

2. MUSIKGENUSS-AUSTAUSCH
Die Besucher der Ausstellung erhalten die Möglichkeit, sich mit anderen Menschen über ihren aktuellen Musikliebling auszutauschen. Hierzu bringen Sie einen Tonträger ihrer Lieblingsband/Interpret zur Ausstellung mit und präsentieren ihn mit zwei Sätzen und mit zwei Liedern vor den anderen Besuchern.

3. POP en GROS
Zum Ausstellungsende können die Besucher reines, schwarzes Vinyl nach eigener Wahl (aus etwa 5.000 Platten) zum Kilopreis erstehen. Eine Waage sowie der Verkäufer OW Himmel stehen bereit.

4. FÜHRUNGEN
Während der Ausstellung gibt es zwei Führungen des Künstlers durch die Ausstellung mit Schwerpunkt auf den Exponaten und der Linoldrucktechnik.

Die Termine der Performances werden noch bekannt gegeben.
Kontakt: Peter Meyer, electricity.pm@gmail.com


PopCamp

Samstag, 21. Oktober, Congresshalle
Initiiert von PopRat Saarland und SaarCamp e.V. wird es beim „Colors of Pop“ zum ersten Mal das „PopCamp Saarland“ geben. Dabei handelt es sich um ein BarCamp für alle Themen der Popkultur. Bei einem BarCamp, auch „Unkonferenz“, werden die Vorträge und Diskussionen durch die Teilnehmer selbst angeboten. Das ist das Spannende daran: Die Teilnehmer bestimmen die Themen der Vorträge und den Zeitplan selbst. Dadurch hat jeder Teilnehmer die Möglichkeit, sein ganz eigenes Thema oder Projekt vorzustellen und so dem Ganzen einen persönlichen Impuls zu geben.

Kontakt: Andrea Jaeckel-Dobschat, andrea@leo-skull.de, Carsten Dobschat, 0151 15772070, carsten@leo-skull.de