Aktion “Künstler-Kollekte”

Eine Kooperation von Pfarrgemeinde St. Michael Friedrichsthal, dem PopRat Saarland – Verband für Pop- und Eventkultur e.V. und der Popscene

Die erneut verstärkten Maßnahmen zur Eindämmung der Covid-19-Pandemie bedrohen vor allem die Künstlerinnen und Künstler und die Veranstaltungsbranche im Saarland und überall anderswo existenziell.

Mit der Pfarrgemeinde Friedrichsthal, dem PopRat Saarland – Verband für Pop- und Eventkultur e.V. und dem POPSCENE Magazin haben sich nun drei Partner zu einer außergewöhnlichen Kooperation zusammengeschlossen, sowohl um auf die Not der besonders betroffenen Branchen hinzuweisen, als auch um möglicherweise über Friedrichsthal hinaus ein Verdienstfeld für die in der Pandemie Not leidenden Künstlerinnen und Künstler zu eröffnen. Diese spielen vier bis fünf Titel aus ihrem eigenen Repertoire, beziehungsweise zeigen kurze Ausschnitte aus ihrem Programm, eingebunden in den Gottesdienst. Im Gegenzug für ihre Kreativleistung erhalten sie die Kollekte.

Die Idee für die „Aktion Künstler-Kollekte“ stammt von Pfarrer Grünebach und PopRätin Sarah Engels, die im kirchlichen Bereich tätig ist.

Pfarrer Clemens Grünebach von der Pfarrgemeinde St. Michael: “Für mich hat Kirche schon immer auch einen kulturellen Auftrag. Unser Glaube findet schon immer und durch die ganze Kirchengeschichte hindurch kreative Ausdrucksformen. Durch die grundgesetzlich verankerte Religionsfreiheit haben wir auch eine besondere Verantwortung.”

Der Vorsitzender des PopRates Saarland, Peter Meyer, sagte: “Wir sind von der Anfrage sehr positiv überrascht. Wir sehen hier eine gute Möglichkeit, auf die existenzielle Notlage der Kultur- und Kreativschaffenden hinzuweisen und um Solidarität und Unterstützung zu bitten. Außerdem hoffen wir, dass das Friedrichsthaler `Aktion Künstler-Kollekte´-Projekt regional und überregional Schule macht und so den Künstlern dringend nötige Einnahmen beschert. Hier wird kirchliche Unterstützung auf eine ganz neue Art erfahrbar. Wichtig ist uns auch zu zeigen: die Auftritte unserer Künstlerinnen und Künstler sind etwas wert! Deshalb ist die Kollekte als Gegenleistung für die drei dargebotenen Songs oder die Zehn-Minuten-Performance einer Zauberin oder eines Schauspielers oder ähnliches eine wichtige Entlohnung ihrer kreativen Spitzen-Leistung und zugleich Unterstützung in einer extrem schwierigen, weil komplett einnahmelosen Zeit.”

Und Markus Brixius, der Herausgeber des „POPSCENE Magazins“, welches das Projekt unterstützt, ergänzt „In der Krise rücken die Menschen zusammen, sagt man. Welcher Ort könnte dafür geeigneter sein, als eine Kirche? Welche Sprache könnte dafür besser geeignet sein, als die der Musik und der Kultur? Gerne setzen wir mit unseren Medien gemeinsam mit unseren Partnern bei diesem Projekt und der Gemeinde aus Friedrichsthal dieses Zeichen des Lichts in einer Zeit die aktuell sehr von Dunkelheit geprägt ist.”

Wir freuen uns, wenn viele Kirchengemeinden die Idee aufgreifen. Es hilft uns, wenn wir – wenn Anfragen kommen – eine Übersicht haben, welche darstellenden Künstlerinnen und Künstler aus dem Saarland Interesse an der Mitgestaltung von Gottesdiensten haben. Dann werden wir versuchen, Kirchengemeinde und passende Kunstschaffende miteinander zu vernetzen.

Anfragen durch Kirchengemeinden: LINK

Anfragen durch Künstler:

Musikerin in der Kirche St. Marien in Frankenthal – Foto: Kerstin Krämer

Bewerben können sich alle darstellenden Künstlerinnen und Künstler aus dem Saarland, die bis zur Corona-Krise einen wichtigen Teil ihres Lebensunterhalts mit Auftritten bestritten haben. Dabei können alle darstellenden Genres stattfinden: Musik, Pantomime, Zauberei, Schauspielerei, Puppentheater etc.

Inhatlich bestehen hierbei folgende Einschränkungen: Es sollte keine Gewaltverherrlichung, kein Sexismus, keine Äußerungen, die den Boden des Grundgesetzes verlassen, und weiterhin keine Beleidigung dritter und vor allem auch nicht der Gastgeber transportiert werden.