„Novemberhilfen“: Gut für Gastronomen oder Theater, unzureichend für die breit aufgestellte Veranstaltungswirtschaft – Bitte dringend nacharbeiten!

veröffentlicht am

Im Zuge des zweiten Lockdowns (-light) versprach der Bund schnelle und unkomplizierte Hilfen für Umsatzausfälle für alle Bereiche, die von der Schließung betroffen sind.

In einer Pressekonferenz nach einem intensiven Arbeitstreffen von Ministerpräsident Tobias Hans und Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier würdigten beide dankenswerterweise die Wichtigkeit der gesamten Kultur- und Veranstalterszene für das Saarland. Und Tobias Hans versprach, mögliche Lücken in der Novemberhilfe zu stopfen. Leider gibt es diese Lücken. Und sie müssen nun dringend gestopft werden.

Leider muss man feststellen, dass schon nach Definition der Antragsberechtigten wieder einmal ein großer Teil der Veranstaltungswirtschaft leer ausgeht. Die Novemberhilfen werden bei vielen Gastronomen, Theatern und Unternehmen der körpernahen Dienstleister ankommen und sicher für eine Milderung der wirtschaftlichen Schäden sorgen. Das ist gut so und dafür sind wir dankbar!

Die Vielfältigkeit der Veranstaltungswirtschaft zeigt aber, dass es auch viele Unternehmen gibt, die 80 Prozent ihrer Umsätze nicht, wie für den Antrag gefordert, regelmäßig mit den geschlossenen Bereichen erzielen, sondern ihre Umsätze zum Beispiel durch das Ausrichten von Business Events (Produktpräsentationen, Mitarbeiterveranstaltungen, Tagungen, Weihnachtsfeiern, etc.) erwirtschaften. All diese Betriebe wie beispielsweise Caterer, Messebauer, Technikdienstleister, Dekorateure etc fallen damit aus der so dringend notwendigen Novemberhilfe raus und stehen erneut vor dem Nichts, da faktisch und aus nachvollziehbaren Gründen alle derartigen Veranstaltungen nicht stattfinden können.

Die komplette Branche befindet sich bereits seit Mitte März in einem Lockdown und konnte nicht wie etwa die Gastronomie den Sommer nutzen, um wieder Umsätze zu generieren. Nicht zuletzt deshalb ist ein weiterer Aufschub auf eine Überarbeitung der Überbrückungshilfe nicht tragbar und inakzeptabel.

Daher fordern wir:

Die Anpassung der Novemberhilfen dahin gehend, dass alle Unternehmen und selbständige Einzelunternehmer, die durch die neuen Maßnahmen unmittelbar, aber auch mittelbar betroffen sind, schnelle finanzielle Hilfe erhalten. Niemand der betroffen ist, darf durchs bürokratische Raster fallen.
Gleichzeitig müssen die branchenspezifischen Ausfälle der vergangen Monate seit dem ersten Lockdown sowie die der kommenden Monate, in denen Veranstalter, Künstler und Veranstaltungswirtschaft höchstwahrscheinlich weiter einem faktischen Berufsverbot unterliegen werden, durch einen zusätzlichen Fonds abgefangen werden. Wie für die Reisebranche und die Gastronomie muss auch für die Veranstaltungswirtschaft dringend eine Lösung für den Unternehmerlohn gefunden werden. Ebenso eine rückwirkende Erweiterung und Anpassung der Überbrückungshilfen, um den Zusammenbruch der Veranstaltungsbranche aufzuhalten.

Wir hoffen Ministerpräsident Tobias Hans beim Wort nehmen zu können, dass das Land schnell einspringt, wo der Bund Lücken lässt. Zusammen mit Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger hatte er betont die Kultur- und Eventbranche nicht sterben zu lassen. Herr Ministerpräsident Hans, Frau Ministerin Rehlinger, bitte beatmen Sie die Branche – jetzt!


0 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.