#ohneuns?

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#ohneuns?

Eine Initiative und Kampagne des PopRates Saarland für die saarländischen Veranstalter und Livespielstätten-Betreiber sowie die gesamte Kultur-, Popkultur-, und Kreativszene

Großer Leidtragender der Covid-19-Krise ist die Kultur-, Popkultur- und Kreativbranche mit ihren vielen Selbstständigen, Kleinunternehmern und Künstlerinnen und Künstlern. Ihnen wurde mit einem Schlag und bereits ganz zu Beginn der Krise die Existenzgrundlage unter den Füßen weggerissen.

Der PopRat Saarland hat wie kein anderer Zusammenschluss im Saarland dafür gekämpft, dass unsere Kultur- und Kreativschaffenden Anerkennung, Hilfe und Unterstützung erhalten. Mit Erfolg! Denn es wurden von Stadt Saarbrücken und Land verschiedene Töpfe geschaffen, aus denen insbesondere saarländische und Saarbrücker Künstlerinnen und Künstlern, die in höchster Not waren und sind, geholfen werden konnte. Durch viele weitere PopRat-Aktionen ist viel Geld und viel Energie in die Kulturszene geflossen.

Und dennoch braucht es dringend weitere Unterstützung. Und zwar für die beiden Branchen, die bisher leer ausgingen und ohne die die Arbeit der Künstlerinnen und Künstler schlicht nicht darstellbar ist: die Veranstalter und die Livespielstätten-Inhaber.

Die Veranstalter und Livespielstätten-Inhaber stellen die Bühnen für unsere Künstlerinnen und Künstler. Keine Bühnen, keine Auftritte! Sie veranstalten Konzerte, Festivals, Theaterstücke, Kabarettabende, Poetry Slams, Comedy-Abende, Tanzabende, Lesungen, Vorträge, Zauber- und Variété-Shows, Parties und Events aller Art und machen unser Leben jeden Tag bunter, reicher und schöner. An ihrer kostbaren Arbeit wird auch deutlich, wie verzahnt die unmittelbare, kreative Arbeit der Künstlerinnen und Künstler mit der Organisation ihrer Auftritte auf Bühnen durch Veranstalter und Spielstätteninhaber ist, eine gegenseitige Abhängigkeit – eine echte Symbiose. Und bei näherer Beschäftigung wird auch deutlich, wie viele Gewerke und Berufszweige durch die Kultur-, Popkultur- und Kreativwirtschaft zusätzlich Lohn und Brot erhalten und gerade ohne Veranstalter und Livespielstätten ebenfalls in ihrer Existenz gefährdet sind, etwa: Bühnenbauer und -verleiher, Licht- und Soundtechniker, Gastronomen, Merchandising-Firmen, Kuriere, Promoter, Druckereien, Security-Firmen, Akteure der Tourismusbranche wie etwa Hoteliers und sonstige Servicedienstleister mehr. Sie alle sind mehr oder minder stark auf die gute Arbeit der Event- und Kulturbranche angewiesen. Sie alle haben ein essentielles Interesse daran, dass es die Veranstalter und Livespielstätteninhaber im Saarland auch nach der Corona-Krise noch gibt. Deshalb muss diesen Branchen dringend geholfen werden. Der PopRat bietet der Politik dazu Dialog und Unterstützung an.

In den zahlreichen Pressekonferenzen und Statements der Mitglieder der Landesregierung zur Aufklärung der saarländischen Bevölkerung über die getroffenen Maßnahmen zu Corona wurden und werden völlig zurecht Branchen wie der Tourismus, die klassische Gastronomie, die Hotellerie oder der Bereich Automotive besonders gewürdigt; hier fehlt jedoch die ausdrückliche Nennung der Kultur-, Popkultur- und Kreativbranche. Künstler aller Art, Musiker, Bands, DJs, das gesamte Livegeschäft mit Festival- und Konzertveranstaltern, Livespielstätten und Clubinhabern, Bookern und Eventgastronomen, Eventmedien, das gesamte Eventmanagement, außerdem Musik-Manager, Produzenten, Label-Inhaber, Musikverleger, Buch- und Medienverleger, Kinobetreiber, Tanzschulen-Inhaber, Gamer, Galeristen, Designer, Modemacher, Tänzer, Fotografen, Filmemacher, Phantasten und Kreativ-Agentur-Inhaber und viele mehr, sie alle gehören zur lebendigen Kultur-, Popkultur- und Kreativszene unseres Landes, sie sind die bunte Klammer unseres gesellschaftlichen Lebens, sie leisten einen unverzichtbaren Beitrag zur Prosperität urbaner Räume, sie fördern die Identität der Region und bieten zugleich den stetigen, diversen, bunten, inhaltsstarken, emotionalen, inszenatorisch spannenden, großregionalen und internationalen Blick über den Tellerrand des Saarlandes hinaus. Und: Sie sind auch ein bedeutender Standort- und Wirtschaftsfaktor des Landes! Oder wie es Andrea Rothaug, Geschäftsführerin von RockCity Hamburg e.V. – Zentrum für Popularmusik, ausgedrückt hat: „Kultur ist kein Nice-to-have-Klimbim!“

Entsprechend gehört die Popkultur-, Kultur- und Kreativwirtschaft unmittelbar auf den Schirm der politisch Handelnden – im Land und in den Kommunen.

Saarbrückens Oberbürgermeister Uwe Conradt hat deren Not erkannt und sich vor dem Hintergrund ihrer großen Bedeutung für das kulturelle Leben der Landeshauptstadt mit den Akteuren der Veranstalter und Livespielstätten-Betreiber sowie die gesamte Kultur-, Popkultur-, und Kreativszene – insbesondere dem PopRat Saarland – beraten und dann nicht nur einen Topf für die freie Szene, sondern auch für Veranstalter und Livespielstätten-Inhaber geschaffen. Seinem Vorbild sollten Land und Kommunen folgen.

Mit der Initiative und Kampagne #ohne uns wirbt der PopRat Saarland für die essentielle Bedeutung der gesamten Kulturszene und macht gemeinsam mit betroffenen Akteuren aus den oben genannten Bereichen darauf aufmerksam, was aktuell auf dem Spiel steht, wenn die Politik nicht sofort entschlossen handelt: Nicht mehr und nicht weniger, als das kulturelle Leben, wie wir es im Saarland bislang kennen. 

Die Kampagne des PopRates Saarland wurde konzipiert von PopRat Peter Layoutist Liwowski und seiner Agentur Dreihundertzehn in Zusammenarbeit mit PopRat Markus Jungen (Agentur g-nau) und PopRat Benjamin Knur (Agentur portvier) in Kooperation mit PopRat Markus Brixius (Popscene, Inszene Media). Unterstützung erhält die Kampagne von Inpuls Productions von PopRat Markus „Drehmoment“ Trennheuser und PopRat Sebastian Heinz, von Inszene Media und der PopScene von PopRat Markus Brixius, von „Deadline – das Filmmagazin“ mit den PopRäten Germaine Paulus und Tom Becker, von Quattropolis Agentur für Ambient Media und Eiche Rustikal Musikproduktionen mit PopRat Oli Krause, Digiprinz sowie von Werbe Fabry und Doo Concept.

Kategorien: #ohneunsCorona-Krise

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